1. Tag
Bergisch Gladbach -> Memmingen mit der Bahn zu 13,19 EUR plus Deutschland-Ticket, FMM -> CTA mit Wizz-Air zu 55,99 EUR, 1x ÜF Tosca B&B in Catania zu 59,38 EUR
Für meine alljährliche (Nach-)Weihnachtstour hatte ich mir diesmal den Besuch der LOST GROUNDS Stadio Salinelle in Paterno und Stadio Sant’Elia in Cagliari vorgenommen. Hätte ich auch gerne in Verbindung mit Fußballspielen gemacht, aber man kann nicht alles haben.
2. Tag
Catania -> Paterno und zurück jeweils mit Uber zu insgesamt 82,50 EUR, CTA -> CAG mit Ryanair zu 39,99 EUR, 1x Ü Arcobaleno Rooms in Cagliari zu 48 EUR
Am ersten Weihnachtsfeiertag die 20 km von Catania nach Paterno (sprich Pater-noh) zu gelangen, war schwierig bzw. ganz einfach - je nach Blickwinkel. Ich fand es schwierig, weil ich wollte wie fast immer low budget unterwegs sein und so klapperte ich bis 11:05 Uhr in Catania alle Bushöfe, Abfahrstationen usw. ab, um vielleicht einen Bus nach Paterno ausfindig zu machen. Auf Sizilien schienen mir an dem Tag alle Orte mit ÖPNV erreichbar zu sein, nur Paterno nicht. So mußte ich die einfache, aber zitronensaure Lösung wählen und ein UBER anfordern.
Das Stadio Salinelle befand sich für mich überraschend im Abriss. Die steilen Kurven des Velodroms waren bereits vollständig zerkleinert worden. Keinen Tag zu früh hier gewesen, dachte ich mir. Nach meiner Begehung ruhte ich mich im Schatten des Ätna aus und sah ihm dabei zu, wie er regelmäßig kleine dunkle Aschewolken auswarf. Als ich 24 Stunden später von seinem Ausbruch erfuhr, dachte ich mir: Einen Tag zu früh hier gewesen. Man kann nicht alles haben. Allein für die Rückfahrt mit UBER musste ich über 50 EUR abdrücken, was mir aber ausnahmsweise nicht die Laune verdarb. Dafür waren die Fotos vom LOST GROUND, erstmals unter Einsatz eines Weitwinkelobjektives, einfach zu gut geworden.
3. Tag
CAG -> LUX mit Luxair zu 70,53 EUR, 1x Ü im Ibis Luxembourg Airport zu 89,25 EUR
Das Stadion der Engländer bei der WM 1990, das Stadio Sant'Elia in Cagliari, dürfte eine der größten Stadionruinen Europas sein. Das hier kein Reinkommen war, wußte ich schon vorher und auf einen Versuch ließ ich es gar nicht erst ankommen. Eine perforierte Plautze brauche ich nicht und die Einblicke bei der Umrundung reichten mir völlig aus. Am Nachmittag sah ich mir noch das alte Stadion Is Arenas und das Stadio Amsicora an. In allen drei Grounds hat einst Cagliari Calcio gespielt und ich werde mich sehr bald mit deren Geschichte auseinandersetzen.
4. Tag
Luxembourg -> Bergisch Gladbach via Homburg/Saar Hbf mit der Bahn kostenlos, mit Deutschland-Ticket und Mannheim Hbf -> Köln Hbf zu 16,49 EUR
Auf Grund der Tatsache, daß der für mich günstigste Rückflug von Cagliari nach Luxemburg ging, ergab sich die Möglichkeit, auf dem Rückweg endlich den Schloßberg in Homburg/Saar zu besteigen. Aus der Besteigung wurde allerdings nix, denn der nette Ralf P. fuhr mich in seinem Wagen hoch zum Gipfel und erzählte mir in gut 90 Minuten die Highlights der Sportgeschichte seiner Heimatstadt. Danach zogen wir in den Wald und sahen uns die Überreste des Sportplatzes an, auf dem der FC 08 Homburg zwischen 1908 und 1937 kickte. Ganz toll, daß man vor gar nicht allzu langer Zeit das Denkmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Fußballspieler des Vereins aufwendig restauriert hat. Respekt! Und ein riesiges Danke an Ralf für die gewissenhafte Ausführung seines Bildungsauftrages! :-)
1. Tag
CGN -> STN mit Ryanair zu 125,04 EUR, Stansted Flughafen -> Colchester mit National Express (Bus) zu 8,50 GBP, Colchester CET -> Norwich NRW mit der Bahn zu 6,40 GBP, Norwich -> London Victoria mit National Express (Bus) zu 9,60 GBP, London Waterloo WAT -> Exeter St. Davids EXD mit der Bahn zu 22,30 GBP, ÜF für zwei Personen im Holiday Inn Express Exeter City Center zu 223 GBP
Der schwierigste Teil der Reise war der von Bergisch Gladbach zum Kölner Flughafen mitten in der Nacht. In der DB-App wurde der RE1 von Gleis 1 nach Gleis 4 verlegt und in der Ankunft um einige Minuten verspätet angezeigt. Tatsächlich kam: Nix! Also Taxi nach Köln-Deutz. Der SEV-Bus 19 sollte nun halbstündlich zum Flughafen fahren. Tatsächlich kam 3x: Nix! Also Uber zum Flughafen! Unfassbar!
In Norwich besuchte ich den LOST GROUND Rosary Road, umgangssprachlich nur The Nest genannt. Den mußte Norwich City schon 1935 wegen Sicherheitsbedenken aufgeben. Etwas von den steilen Wänden der ehemaligen Kreidegrube ist erhalten geblieben.
2. Tag
Anlaß der Reise war diesmal ausnahmsweise nicht der Fußball, sondern die Graduation meiner ältesten Tochter an der Universität Exeter. Obwohl schon seit einigen Monaten fertig, war die Abschlußfeier erst jetzt im Winter. Es wurde ein toller unvergesslicher Tag, an dem ein stolzer Papa aus dem Strahlen nicht herauskam.
3. Tag
Exeter St. Davids EXD -> London Paddington PAD und London St. Pancras STP -> Luton LUT -> London WAT mit der Bahn zu insgesamt 86 GBP
13.12.25 * Luton Town FC - Port Vale FC 2:2 * 18:00 Uhr * Division 1 * Kenilworth Road, Luton, England * Eintritt: 26 GBP * Zuschauer: 10 867
Für Samstag hatte ich mir endlich mal den Besuch der Kenilworth Road in Luton vorgenommen. Dieser archaische Ground war ganz nach meinem Geschmack: In den Oak Stand kamen die Gästefans aus Port Vale (Stoke-on-Trent) nur durch zwei der berühmten Eingänge, die im Erdgeschoss von Reihen- häusern untergebracht sind. Zwar hatte ich meinen Stehplatz auch im Oak Stand, aber mein Eingang befand sich leider um die Ecke, so daß mir später beim Reingehen ein Blick in die Hinterhöfe der Häuserzeile entland des Stadions verwehrt blieb. Ich machte die 3/4 Stadion-Runde und war von dem engen Pfad zwischen Stadion und Häusern beeindruckt. Alles paletti, bis auf die Chips von der Fressbude. Die landeten zu Recht reihenweise im großen Müllcontainer. Null von zehn Punkten, besser kann Michaelin beim besten Willen nicht bewerten.
Ohne es wirklich gewollt zu haben, fand ich meinen Sitzplatz direkt an der Trennungslinie zwischen Home- und Away-Fans. Heute auf jeden Fall das stimmungsvollste Örtchen im Ground. Das Resultat von 2:2 sorgte auf beiden Seiten jeweils 2x für Jubelstürme und Hass-Arien, bevorzugt von Jungs im Pickelalter. Bemerkenswert, mit welch stoischer Ruhe das Sicherheitspersonal dabei agierte. Stimmung und Unterhaltung vom Feinsten, ganz ohne Pyro und Fahnengedöns. Ein Old-School-Erlebnis, wie man es sich erhofft hatte. Es gibt keinen Grund, hier irgendwann nicht noch einmal aufzukreuzen!
1:0 für Luton!
Tor für Port Vale!
4. Tag
Tottenham Hale -> Stansted Airport mit Stansted Express zu 19 EUR, STN -> CGN mit Ryanair zu 81,25 EUR
Nach einer Nacht in der WG beim Fräulein in London ging es sonntags streßfrei heimwärts.
29.11.25 * Steaua Bucuresti - ACSM Ceahlaul Piatra Neamt 2:0 * 11:00 Uhr * 2. Liga * Stadionul Steaua, Bukarest, Rumänien * Eintritt: 25 Lei (ca. 4,90 EUR) * Zuschauer: ca. 600 * 2x Ü im Hotel Sir Gara Nord zu je 30 EUR * Anreise: CGN -> OTP mit Wizzair zu 39,99 EUR
Der Besuch in Bukarest diente allein der Begehung des alten Stadions von Dinamo Bukarest. Ich hatte ziemlich fest befürchtet, kurz vor dem Ziel vor einer Bretterwand oder ähnlichem zu stehen. Dabei konnte ich in Wirklichkeit problemlosi in dem maroden Stadionrund herumlatschen. Yeah! Die Heimspiele von Steaua und Dinamo (im Nationalstadion) Vor- und Nachher waren nur Zugabe und liefen ohne nennenswerten Ereignisse ab.
29.11.25 * Dinamo Bucuresti - Otelul Galati 1:0 * 20:45 Uhr * 1. Liga * Arena Nationala, Bukarest, Rumänien * Eintritt: 60 Lei (ca. 11,80 EUR) * Zuschauer: 4 800 * Abreise: OTP -> CGN zu 29,99 EUR mit Wizzair
29.10.25 * 1. FC Köln - Bayern München 1:4 * 20:45 Uhr * DFB-Pokal * Stadion Müngersdorf, Köln * Eintritt: 33 EUR * Zuschauer: 50 000 (ausverkauft) * An- u Abreise mit Deutschland-Ticket
3.10.25 * TSV Merschwitz 1912 II - LSV Barnitz 1990 II 0:2 * 11:00 Uhr * Kreisklasse * Speedwaystadion, Meißen * Eintritt: 10 EUR * Zuschauer: 743 * Anreise mit der Bahn via Berlin und Dresden zu 49,90 EUR
Der "Lost Ground Hop"-Macher Jan M. hatte maßgeblich dazu beigetragen, daß am Tag der Deutschen Einheit in Sachsen ein fulminanter Kreisklassendreier über die Bühne gehen konnte. Erste Station war das Speedwaystadion in Meißen. Und weil Jan nicht locker ließ (Danke!!!) und nachdrücklich einen Vor-Ort-Verkauf meines Tage zuvor erst erschienenen Buches "Ein Stadion geht - die Legende bleibt" forderte, standen bei meiner Ankunft am Ground drei Kisten mit insgesamt 20 druckfrischen Exemplaren bereit. Das die alle innerhalb von nur 45 Minuten und noch vor Anpfiff über die "Ladentheke" gingen, hat mich - neben dem direkten "Kundenkontakt" - sehr gefreut.
Zunächst hatte es den Anschein, als hätte das werte Hoppervolk den Feiertag zum Ausschlafen genutzt. Doch eine halbe Stunde vor Kick Off bildete sich eine lange Schlange an der Kasse. Warum ich gerade in dem Augenblick an Bananen dachte, weiß ich gar nicht. Jedenfalls kamen weit über 700 Leutchen zu dem Spiel, aus meiner Sicht sensationell. Ebenso sensationell war das Wetter und die Organisation des Ablaufes am Verpflegungsstand. Auch hier bildeten sich lange Schlagen, aber lange auf seine Wurst oder sein Bier warten mußte niemand.
3.10.25 * SV Stauchitz 47 II - SV Strehla 3:4 * 14:00 Uhr * Freundschaftsspiel * Sportplatz an der Alten Post II, Stauchitz * Eintritt: 3 EUR * Zuschauer: 655
Von Meißen aus zog die Hopper-Karawane weiter nach Stauchitz. Jan war so nett, mich in seinem Gefährt mitzunehmen, so daß ich mir keine Gedanken machen mußte, den nächsten Spielort in tiefster sächsischer Provinz zu finden. Am Eingang konnte man einen ausrangierten Traktor aus weißrussischer Produktion begutachten. Dafür, daß des sich hier um einen Nebenplatz ohne Ausbau handelte, waren die 655 Zuschauer noch sensationeller, als in Meissen. Leider hatte man hier nur einen Grill angeschmissen, der in den nächsten zwei Stunden unter Dauerfeuer stand. Eine Erkenntnis für den nächsten Lost Ground Hop dürfte sein: Hopper haben immer Hunger (und Durst). Besonders gefreut hat mich, daß ich mit Brucki aus Wien einen weiteren leidenschaftlichen LOST GROUND-Besucher wiedergesehen habe.
3.10.25 * ESV Lok Riesa - ESV Lok Wüllknitz 2:2 * 18:30 Uhr * Kreisklasse * Pausitzer Delle, Riesa * Eintritt: 5 EUR * Zuschauer: 570 * Übernachtung: Groners Leipzig City Center zu 24,10 EUR * Rückreise mit der Bahn (Deutschland-Ticket) via Plauen und Nürnberg
Von Stauchitz zog fast die komplette Karawane weiter nach Riesa. Es wurde zwar nicht in der legendären "Grube" gespielt, aber das Stadion Pausitzer Delle hatten offensichtlich vorher auch noch nicht sehr viele Leute gekreuzt. Hier lief die Verpflegung leider eher schleppend, so daß ich hungrig bis nach Abpfiff warten mußte, um mir beim Döner-Mann um die Ecke ein Dürüm reinzuziehen.
Nach einer Übernachtung in Leipzig (im zentral gelegenen Hostel Groners Leipzig City Center gab es für wenig Geld ein nobel eingerichtetes halbes Doppelzimmer, sehr empfehlenswert) standen für mich noch die Begehung zweier LOST GROUNDS in Rötha-Espenhain und Plauen auf dem Plan. Insgesamt gestaltete sich die Rückreise mit dem Deutschland-Ticket rekordverdächtig lange (Start 7:40 Uhr, Ende 2:08 Uhr), aber die Bahn vollbrachte an diesem Tag Höchstleistungen: Trotz 100x Umsteigen gab es nur etwa 1h Verspätung!
1. Tag
CGN -> LHR mit British Airways zu 70,39 EUR
2. Tag
London Heathrow -> Nottingham mit National Express (Bus) zu 10,50 GBP, Nottingham NOT -> Sheffield SHF mit der Bahn zu 11,20 GBP * 1xÜ im Hotel Brentwood Inn by Greene King Inns, Rotherham zu 47,25 GBP
Die Polizisten vom PSV Braunschweig sind bekannt dafür, einmal im Jahr ein Spiel in einem LOST GROUND zu organisieren. Der eigenen Gaudi wegen und um Groundhoppern die Möglichkeit zu geben, die ein oder andere lange unbespielte Perle kreuzen zu können. Dieses Mal zog es die Truppe dazu erstmals ins Ausland, nämlich in das Mutterland des Fußballs. Gleich zwei Spiele boten die Polizisten an und beide klangen recht vielversprechend. Also, hin da!
Kurz nach Mitternacht stieg ich am Flughafen Heathrow in den ziemlich leeren Nachtbus nach Nottingham, wo man schon um 4:50 Uhr eintrudelte. Das passte zu meinem Motto „Carpe diem!“, wobei es mir immer schwerer fällt, dem Motto mit aller Konsequenz auch nachzukommen.
Vom Busbahnhof stapfte ich durch die Dunkelheit in den nächstgelegenen Park, setzte mich auf eine einsame Parkbank und wartete auf die Dämmerung. Es dauerte auch nicht lange, ehe ich die Umgebung um mich herum wahrnehmen konnte. Ich saß natürlich nicht in irgendeinem Park, sondern im Queens Walk
Recreation Ground, der vor langer Zeit noch Meadows Cricket Ground hieß.
Hier an dieser Stelle hatte am 2. Januar 1865 das erste „Inter City“-Fußballspiel stattgefunden, also die erste Begegnung von Mannschaften aus zwei unterschiedlichen Städten. Das Team Nottinghamshire (später Notts County) empfing den Sheffield FC (erster Fußballverein der Welt) und verlor 0:1. Der Sheffield FC und seine Anhänger waren mit dem Zug gekommen und auf gleiche Weise reisten sie auch wieder zurück. Ob sich die Männer damals bewusst waren, daß sie die allererste Auswärtsfahrt der Welt unternommen hatten? Ein Vergnügen, das auch noch 160 Jahre später jedes Wochenende zig-Tausende Fans rund um dem Globus zelebrieren?
Am Mittag traf ich mich in Sheffield mit dem Fußballhistoriker Steve und seinem Begleiter Paul, einem Eintracht-Fan aus Offenbach, in einem Café in der Nähe
des The York Hotels im Stadtteil Broomhill, um mich über die aktuellen Forschungsergebnisse zu „Sheffield – Home of Football“ unterrichten zu lassen. Die Location war, genauso wie der Park am Morgen, nicht zufällig gewählt. Denn The York Hotel war genau der Pub, in dem am Abend des 2. Januar 1865 der Sheffield FC seinen Auswärtssieg in Nottingham gefeiert hat. Es ist überliefert, daß die Fußballer ab dem damaligen Bahnhof Wicker Station (den heutigen
Bahnhof „Sheffield“ gab es damals noch nicht) den Sieger-Fußball durch die Straßen bis nach The York Hotel gekickt haben. Dafür dürften sie bestimmt eine
dritte Halbzeit gebraucht haben.
Paul und ich in der Nähe von Wicker Station
Steve hatte noch ein Ass im Ärmel, denn er bot Paul und mir an, uns nach Sandygate, dem Stadion von Hallam FC zu fahren. Das ist bekanntlich der älteste
Fußballplatz der Welt (von 1859+1) und ich war völlig überrascht, als sich sah wie buckelig und vor allem wie stark abfallend er zu einer Seite ist (ca. 4,20
Höhendifferenz). Dieser Ausnahme-Ground fehlt mir noch dringend in meiner Sammlung! Damit nicht genug: Steve zeigte mir noch den im Vereinsheim
ausgestellten Youdan Cup. Davon gibt es nur noch zwei Exemplare und es ist der Pokal des allerersten Fußball-Turniers der Welt. Da kann selbst der berühmte englische FA-Cup nicht mithalten.
Am frühen Nachmittag kam ich in meinem Hotel in Rotherham an, um knappe zwei Stunden Schlaf nachzuholen. Für den Preis war die Unterkunft ganz
passabel und im Restaurant gab es feine Grillpfannen im Angebot. Die hob ich mir aber für den Abend auf.
29.8.25 * Dog Daisy United FC - PSV Braunschweig 5:3 * 18:30 Uhr * Freundschaftsspiel * Millmoor, Rotherham, England * Eintritt: 7 EUR * Zuschauer: 325
Um ja gar nichts zu verpassen, kreuzte ich schon knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff am Stadion Millmoor auf.
Was soll ich sagen? Es wurde ein unvergesslicher Abend. Nicht nur, weil man ein paar alte bekannte Gesichter traf oder weil es ein torreiches Spiel wurde. Auch nicht nur, weil beide Mannschaften sich nachher selbst mit Bengalos (man stelle sich vor: Polizisten zünden in einem Stadion bengalische Feuer) feierten. Es war das alles und vor allem das Stadion Millmoor. Denn es hatte zu 100% den Charme eines LOST GROUNDS, in dem ich herumschnüffeln konnte, wie sonst bei meinen Begehungen auch, nur das es anschließend noch ein Spiel gab. Aus meiner Sicht kaum nachvollziehbar, dass es erlaubt ist, in dem Kasten noch Fußball zu spielen. OK, die drei Tribünen waren nur verdreckt und sahen nicht aus, als würden sie bald zusammenbrechen. Aber alles dahinter, die Abhänge, die Toiletten, der abenteuerliche Kabelsalat usw. das war alles total hinüber. Geil!!!
Zu gerne hätte ich im Hotel den Abend mit einer Grillpfanne ausklingen lassen, aber Punkt 21 Uhr war die Küche kalt. Für solche Fälle führe ich stets meine Not-Kekse bei mir.
3. Tag
Rotherham Central RMC -> Halifax HFX -> Keighley KEI mit der Bahn zu 26,20 GBP, 1xÜ im The King´s Head Hotel, Keighley zu 50 GBP
30.8.25 * Halifax Town - Yeovil Town 3:1 * 15:00 Uhr * National League (level 5) * The Shay, Halifax, England * Eintritt: 24 GBP (Sitzplatz) * Zuschauer: 1 280
Obwohl zunächst Barnsley angepeilt war, entschied ich mich für das Samstagspiel in Halifax. The Shay dürfte ohne Zweifel zu den must see-Grounds in England gehören. Zudem gibt es Gerüchte, irgendein Rugby-Verein aus Huddersfield könnte für zwei Jahre nach Halifax ausweichen wollen und dann
müssten die Fußballer von Halifax Town temporär ihr Stadion verlassen.
Tickets für das Spiel gab es nicht. Stattdessen musste cash beim Eingang am Drehkreuz bezahlt werden. Ich weiß nicht, ob 1 280 Besucher für ein 5. Liga-
Spiel gut oder schlecht ist. Beide Teams rangieren in der Liga eher im unteren Mittelfeld. Aber der Kaffee war gut und es gab ein abwechslungsreiches Spiel
mit fünf Toren.
Weil das nächste Spiel der Polizisten schon am nächsten Tag um 12 Uhr mittags angepfiffen wurde, hatte ich mich für eine Übernachtung in Keighley entschieden. Die Umstände waren ähnlich wie in Rotherham: Kaum Auswahl und eine Nacht kostete 50 GBP. Aber diesmal war die Unterkunft ein Flop:
Schäbig, alt und ranzig. Dafür gab´s von mir bei booking.com eine vernichtende 4/10-Punkte Bewertung.
Dabei war ich doch bester Laune in Keighley angekommen: Der Bahnhof ist ein wahres Schmuckstück, zumal hier die „Keighley and Worth Valley Railway“ eine 8 km lange Nebenstrecke betreibt. Eisenbahn-Romantik pur!
4. Tag
Keighley KEI -> Bradford BDI mit der Bahn zu 7,40 GBP, Bradford -> London Heathrow mit National Express (Bus) zu 29,20 GBP
Natürlich war ich auch diesmal einer der ersten am Stadion. Allerdings stand ich mir die erste halbe Stunde am falschen Drehkreuz die Beine in den Bauch. Der Haupteingang befand sich auf der stadtauswärts gelegenen Seite. Um (vergeblich) auf die andere Seite zu kommen, umrundete ich einmal den
benachbarten Cricket-Platz, auf dem gerade ein Spiel lief. Befremdlich wie gemütlich zu gleich. Typisch britisch eben!
31.8.25 * Eccleshill United - PSV Braunschweig 7:1 * 12:00 Uhr * Freundschaftsspiel * Cougar Park, Keighley, England * Eintritt: 7 EUR * Zuschauer: 325
Als ich dann endlich im Cougar Park (hauptsächlich wird hier Rugby gespielt) drin war, dauerte es nur noch eine Viertelstunde bis zum Anpfiff. Leider war die Anzahl der Zuschauer enttäuschend. Gerade einmal 75 tickets hatten die Polizisten verkaufen können. Vielleicht lag es daran, daß das Stadion kein „echter“ LOST GROUND war, weil der Gegner Eccleshill United hier in dieser Saison schon einmal angetreten war und auch zukünftig hier spielen wird. Da war es mit der Einmaligkeit des Events dahin. Zudem stehen die Engländer bekanntlich nicht auf Freundschaftsspiele. Trotzdem war es toll zu sehen, wie sich etliche Freaks aus der Hopping-Szene im In- und Ausland eingefunden hatten.
Auch diesmal gab es acht Tore, auch wenn die Verteilung für die Polizisten noch ungünstiger ausfiel. Aber die Spieler des PSV zeigten mehr Einsatz als so mancher Spieler in der Bundesliga. So wurde es, trotz eines heftigen Regenschauers mittendrin, ein unterhaltsamer Nachmittag. Highlight des Cougar Park ist die Old-School-Haupttribüne mit ihren Sitzen und Treppen aus Holz.
Fazit: Tolle Tour nach England mit Spielen in drei nicht alltäglichen Grounds! Hätte besser nicht laufen können. Danke an die Polizisten für dieses geile Wochenende!
5. Tag
LHR -> CGN mit British Airways zu 70,39 EUR
23.8.25 Lüneburg (Hin- und Rückreise mit der Bahn zu 29,90 EUR u Deutschland-Ticket)
Einweihung eines Gedenksteines in Böhmsholz bei Lüneburg anläßlich des ersten Fußballspiels nach Association Regeln auf deutschem Boden vor 150 Jahren. Nachweislich spielten am 28. August 1875 die Schülermannschaften Modern gegen Classical jenes erste Spiel auf dem Schulhof des Johanneums in Lüneburg. Als gesichert gilt auch, daß vor diesem Tag bereits mehrere Spiele in Böhmsholz stattgefunden haben.
20.8.25 * SV Bergisch Gladbach 09 - Fortuna Köln 1:5 * 19:00 Uhr * Mittelrhein-Pokal * Belkaw-Arena, Bergisch Gladbach * Eintritt: 10 EUR (Steher) * Zuschauer: 900





































































































